AFRIKA – KULTUR UND ENTWICKLUNG, ENTWICKLUNG UND KULTUR

Von Ruedi Küng, InfoAfrica.ch

                Einleitung

Dieser Text ist ein journalistisch geprägter Essai und ein Work in Progress. Er unterscheidet sich bereits stark von seiner ersten Fassung und wird sich durch kommende Recherchen und Diskussionen weiter verändern. Ausgangspunkt ist meine Beobachtung, dass Leute aus westlichen Industrienationen im Umgang mit Leuten in Afrika von der bewussten oder unbewussten Überzeugung getragen sind, ihr Denken, Wissen und Handeln sei anders als das der Afrikanerinnen und Afrikaner und sei diesen überlegen, kurz, die „westliche Kultur” sei der „afrikanischen Kultur” überlegen. Diese Überzeugung bleibt wirksam, auch wenn sie sie im Streben nach Verständigung oder nutzbringender Zusammenarbeit abzulegen versuchen.

Diese Denkweise hat sich im Verlauf meiner 35jährigen Erfahrung und Beobachtung in Afrika kristallisiert, erweckt in ihrer Schärfe aber meine Skepsis, sogar meinen Widerspruch. Denn sie scheint uns Menschen aus Industriegesellschaften pauschal ein rassistisches Überheblichkeitsdenken im alten Kolonialstil von „entwickelten Zivilisierten” gegenüber den „un(ter)entwickelten Primitiven” zu unterstellen, wovon ich mich scharf distanziere, wie es viele andere auch tun.

Ist also einfach die Beobachtung falsch? Oder trifft sie nur auf gewisse Personen zu, auf andere aber nicht? – Als ersten Schritt einer möglichen Klärung scheint es mir sinnvoll, das Verhältnis von Entwicklung und Kultur etwas genauer zu analysieren.

                Abstract

Das Verhältnis von Kultur und Entwicklung ist ein weites Feld, das schon oft und auf sehr unterschiedlichen intellektuellen Niveaus betrachtet worden ist. Als kritische Stimmen im Nord-Süd-Kontext waren die Analysen zum «Kulturimperialismus»1) des französischen Vordenkers der Entkolonialisierung Frantz Fanon in den 1950/60er Jahren und des norwegischen Mathematikers, Soziologen und Politologen Johan Galtung in den 1970er Jahren prägend. Kritik am «Eurozentrismus» wurde in den 1980er und 1990er Jahren vom ägyptischen Ökonom und Kritiker des Neokolonialismus Samir Amin und vom indischen Historiker Dipesh Chakrabarty massgebend entwickelt. Bis heute werden die postkolonial bezeichneten Analyse- und Forschungs-Ansätze weiter geführt und -entwickelt, in jüngster Zeit (2013) etwa in «Critique de la raison nègre» des kamerunischen Historikers und Philosophen Achille Mbembe.

Die Frage nach dem Verhältnis von Kultur und Entwicklung wird erschwert durch den Umstand, dass es keinen Konsens darüber gibt, was mit Kultur und mit Entwicklung genau gemeint ist. Auch sind Entwicklung – per definitionem – und Kultur immer wieder Veränderungen unterworfen. In der neueren wissenschaftlichen Diskussion zählen die Fragestellungen im Zusammenhang mit Kultur und Entwicklung denn auch zu den «weichen Themen»2).

Sie sind jedoch für ReporterInnen, PublizistInnen und AutorInnen reizvoll. «Die Tausenden von Stunden, die Kinder in den ersten Lebensmonaten angeschmiegt an den Körper der Mutter verbringen, sich ihrem rhythmischen Schritt hingebend, sind praktisch allen Afrikanern gemeinsam. (…) Es gibt Mutmassungen, wonach der ausgeprägte Gleichgewichtssinn von Afrikanern mit dem Lebens-Lehr-Jahr zwischen Mutterleib und Laufgitter zusammenhängen könnte. Vermutlich mehr, als man denkt, prägt es auch ihre kollektive Psyche.» (Markus Häfliger, NZZ, 5.12.2013, S. 2)

Die Fragen, ob und wie kulturelle Gegebenheiten die Entwicklung von Gesellschaften beeinflussen, und umgekehrt, wie gesellschaftliche Entwicklungen kulturelle Gegebenheiten verändern, halte ich aber nicht nur für interessant, sondern auch für relevant, wie ein paar Beispiele illustrieren sollen. Dabei scheint mir der Plural Kulturen und Entwicklungen aus mehreren Gründen angezeigt, vor allem angesichts des Bedeutungsbereiches beider Begriffe (siehe weiter unten), aber auch aus dem Grund, dass in allen Gesellschaften mehrere, diverse kulturelle Gegebenheiten und Entwicklungen vorhanden und wirksam sind.

Etwa die Fragen, ob und wie die sozial und politisch untergeordnete Stellung der Frauen, die sich in vielen Gesellschaften findet, die wirtschaftliche Prosperität behindert. Oder umgekehrt, ob und wie die massenhafte Verbreitung der Informationstechnologie die Verhalten(snormen) der Menschen verändert.

Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Huntington3) begründete den enormen wirtschaftlichen Entwicklungsunterschied zwischen Südkorea und Ghana seit 1960 zu einem wesentlichen Teil mit den unterschiedlichen Kulturen der beiden Länder. Im Volksmund unserer Breiten findet sich diese Denkweise bewusst oder unbewusst, in stärker oder schwächer rassistischen Auffassungen, wenn etwa Afrikanerinnen und Afrikanern generell eine intellektuelle Rückständigkeit, schwache Arbeitsmoral und -disziplin oder ein durch Neid und Geisterglauben behindertes Wirtschaften zugeschrieben wird.4) Umgekehrt ist bis heute die (von Max Weber inspirierte) Meinung verbreitet, der Wohlstand des Westens sei der protestantisch-fleissig-pflichtbewussten Arbeitsethik zu verdanken.

Auch afrikanische Beobachter stellen Wirkungsbeziehungen zwischen kulturellen Gegebenheiten und wirtschaftlichem Fortschritt her. Z.B. der ruandische Autor Junior Sabena Mutabazi: «Undeniably, there must be a change of perceptions, especially among young people that agriculture is a primitive economic activity that employs the less educated and/or rural population alone. More young people should be encouraged to explore the dividends of agribusiness.» (Hervorhebung RK) 5)

Wie vielfältig, weitreichend und komplex die Erforschung der Beziehungen von Kulturen und Entwicklungen sein kann und muss, lassen allein schon die folgenden Bereichsskizzen für die beiden Begriffe erahnen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wobei meines Erachtens gegenüber einem engen ein weiter Kulturbegriff im Sinn von «Gesamtheit der Werte, Einstellungen, Glaubensüberzeugungen, Orientierungen und Grundvoraussetzungen, die Menschen einer Gesellschaft prägen»2) vorzuziehen ist. Und der Entwicklungsbegriff bedarf, wie sich zeigen wird, weiterer Reflexion und Ausarbeitung.

Kulturelle Gegebenheiten

Kunst (Malerei, Bildhauerei etc.)   Literatur           Musik                 Tanz     Fotografie       Film      Video   Theater                Museen             Design                                Religion/Glauben     Wissen (Wissenswelt)             Handwerk        Wissenschaft               Architektur                     Mode (Kleidung, Schmuck,               Accessoires etc.)        Haarstile                Körperbehandlung (z.B. Tattoo, Piercing etc.)   Ethik/Moral/Werte                     “Denken”/Weltanschauungen/         Ideologie/Vorurteile                 Ästhetik            Technologie     Sprache   Mentalität Verhaltensweisen/Alltagskultur            Verhältnis der Geschlechter/Sexualität      Gewohnheiten (z.B. Ess-/Trinkgewohnheiten)      Feste/Rituale/Symbole (z.B. Hochzeiten, Begräbnisse etc.) Folklore   Sport/Gym                Medien  Agrikultur                   Geschichte      …                          …

Wirtschaftssystem (Kapitalismus, Sozialismus)  … politisches System (Diktatur, autoritäres Regime, Demokratie) … Rechtssystem (französisch, englisch, islamisch – Scharia)      … Zivilisation …

Bereiche aus der Vielfalt von afrikanischen Kulturen

Masken und Kostüme            heilige Wälder              traditionelle Medizin/HeilerInnen (N’gangas, Sangomas etc.)            Polygamie        Kinderreichtum           Hexereiglauben/Vaudou        Albinos              genitale Beschneidung/Initiation                        Verwandtschafts-verhältnisse (Individuum, Familie, Clan, Gemeinschaft)                Sklaverei/Sklavenhandel       Kolonialismus                               Apartheid

Bewohner des Regenwaldes (“Pygmäe”) haben ganz andere Lebensumstände und eine andere Lebensweise als Tuareg-Wüstenbewohner, als Viehzüchter im Süd-Sudan, als Tee-Pflückerinnen am Mt. Kenya, als Beamte in Dakar, als Minenarbeiter in Katanga, als …

Entwicklung

Technologien                                Infrastruktur                  Wasserversorgung/Abwässerentsorgung                Energie (Strom, Heizen, Kochen etc.)            Verkehrswege/Transportsysteme (Strassen, Eisenbahnlinien, Schifffahrtsrouten/Häfen, Flughäfen etc.)                               Gesundheitsversorgung       Bauten (Wohnen, Produktions-, Verwaltungs-Arbeits-Stätten und -Betriebe, Sportanlagen, Kulturhäuser etc.)           Nahrungsproduktion/            Nahrungsbeschaffung            Güterversorgung       Informations- und Kommunikationssysteme                     Medien                                                                                                            Aus-/Bildung                  Wissen               Kenntnisse                     Fähigkeiten

Aus anderer Perspektive definiert der indische Philosoph und Wirtschaftsnobelpreis-träger Amartya Sen Entwicklung als «the progressive expansion of the freedoms to be and to do».6)

Wie extensiv und intensiv das Forschungsfeld der Beziehungen von Kulturen und Entwicklungen schon bearbeitet ist, entzieht sich meinen Kenntnissen. Wie spannend es ist, können vielleicht einige journalistische Notizen vermitteln.

Der Maggi-Würfel, von Julius Maggi vor 130 Jahren in einem Labor in Kemptthal entwickelt, ist heute in Westafrika allgegenwärtig, auf den Märkten, in den einfachen Küchen fürs Volk. Auf den Plakatwänden in Abidjan: «Cube Maggi – Cube magique!». «Mit Maggi wird jede Frau zum Star». TV-Werbespot: «Mädchen, wie hast du diesen Killerhintern in nur zehn Tagen hingekriegt? Was ist dein Geheimnis?» Die Antwort: «Mit einem Maggi-Würfel.» Maggi-Würfel sind Kultprodukt: Schönheitsmittel, beliebtes Hochzeitsgeschenk, sogar manches Kind trägt den Namen Maggi. Mehrere Jahrzehnte intensiver Werbung waren dazu nötig. Heute 29 Nestlé-Fabriken in Afrika, z.B. in Kinshasa, Dakar, Abidjan, Accra, Lagos. 100 Millionen Bouillonwürfelchen pro Tag verkauft Nestlé in West- und Zentralafrika, über 36 Milliarden pro Jahr. Am meisten konsumiert in Côte d’Ivoire, Sénégal, Congo et Benin. Sie haben Huhn-, Fleisch-, Crevetten-  oder Fisch-Geschmack, enthalten mehrere Geschmacks-verstärker und bestehen zu 60% und mehr aus Salz. Sie haben ein ganzes Segment lokaler Gewürze verdrängt. Gigantischer Erfolg getrübt durch Berichte über die Zunahme von Bluthochdruck- und Diabetesfällen. Der Zusammenhang ist nicht nachgewiesen. (Das Magazin, 29.10.2016)

Ähnliches kann über Coca-Cola gesagt werden. Gesundheitsberichte der WHO und Forschungen zeigen markante Zunahme von Krankheiten des Nordens in afrikanischen Ländern. (Le monde diplomatique, März 2017)

Verhältnis der Geschlechter, z.B. Polygamie. Senegalesische Schriftstellerin Ken Bugul, Die Nacht des Baobab, Roman, 1984, über das Leben der Frauen in der Polygamie. Geschlechterrollen: «The idea of gender roles is absolute nonsense», die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. 7) 

Niger: www.theguardian.com/global-development-professionals-network/2017/mar/15/why-have-four-children-when-you-could-have-seven-contraception-niger#img-1

« … in Kenya, which is well-known as a mobile-first nation in financial technology, it turns out one of the first reasons some Kenyans buy smartphones is so they can use their phones for online betting, according to a new study backed by the Bill & Melinda Gates Foundation. Kenyans said they used winnings to furnish their homes or buy new electronics but, unsurprisingly, also admitted they lost more than they won. (…) Like many sub-Saharan African countries, Nigeria, Kenya and Uganda have many unemployed people and, crucially, a lot of those unemployed people are young and digitally-savvy. (…) In Kenya, youth unemployment is estimated to be around 35%. (…) With insufficient options for formal employment and banks which lend at extremely high rates, it’s not too surprising fun pastimes like gambling on soccer matches are engaged as serious economic activity by ordinary people. (…) There are many positive things about technology making the world a smaller place and a more level playing field. The problem here is that the technology and access make it easier for one side of the equation to exploit the other. (…).» Yinka Adegoke, Quartz Africa editor

 

So skizzenhaft diese Darstellung auch ist, sie macht deutlich, dass die möglichen Beziehungen von Kultur und Entwicklung äusserst vielfältig, verwickelt und komplex sind. Welchen Sinn kann da die in der Einleitung dargelegte Beobachtung und Behauptung, die Menschen aus den Industrieländern hielten die „westliche Kultur” der „afrikanischen Kultur” für überlegen, noch machen? – Mit drei Hypothesen zur Entwicklungszusammenarbeit versuche ich aufzuzeigen, worum es mir geht.

                Hypothesen

–              Afrika als Kontinent und die Mehrheit der afrikanischen Länder nehmen im globalisierten Wirtschaftskontext und nach Massgabe der vorherrschenden Wirtschafts- und Entwicklungsindikatoren marginale Positionen ein. Die folgende Grafik steht für zahllose mögliche Statistiken, die diesen Sachverhalt widerspiegeln.

Le monde diplo globalisierte Wirtschaft 2007

–              Weltweit sind unzählige Organisationen und Individuen mit mehr oder weniger echtem und ernsthaftem Willen darum bemüht, die Entwicklungsunterschiede zwischen „reichen” und „nicht-reichen” Ländern abzubauen und die Entwicklung Letzterer zu fördern. Dabei sind allerdings die meisten Fragen ungeklärt: Wer und was kann wie dazu beitragen oder trägt dazu bei, diese Ungleichheit zu überwinden? Wer, was und wie sind die Triebkräfte von Entwicklung, wer, was und wie die Hemmkräfte? Welchen Anteil hat die Entwicklungszusammenarbeit an der Entwicklung, welchen Anteil kann sie haben?            Vor allem aber:

–              Was heisst Entwicklung? Um welche Entwicklung geht es? Und wer bestimmt dies?

Hypothese 1:                  Was Entwicklung ist, bestimmen die „Entwickelten”.

Die obige Formulierung «… nach Massgabe der vorherrschenden Wirtschafts- und Entwicklungsindikatoren …» deutet es an: es gibt einen global weitläufig bestehenden Konsens darüber, was der Massstab von Entwicklung ist, nämlich die technologische, kapitalistisch-marktwirtschaftliche, demokratische Verfasstheit der Gesellschaft, – in nuce – die „westliche Modernität”.

Oder genauer: Die Ideologie, wonach der Massstab von Entwicklung die technologische, kapitalistisch-marktwirtschaftliche, demokratische Verfasstheit der Gesellschaft sei, ist global weitläufig dominant. Diese Ideologie schliesst gleichzeitig ein, dass die entwickelten Länder des Westens die Verwirklichung von Entwicklung und deren Weiterentwicklung in die Zukunft seien. Entsprechend besteht auch eine «Dominanz der Forschung»8). In nuce: «West ist Best»8).

Hypothese 2:                 Unter den «weltweit unzähligen Organisationen und Individuen», die mit ernsthaftem Willen darum bemüht sind, die Entwicklungs-Unterschiede zwischen „reichen” und „nicht-reichen” Ländern abzubauen, herrscht das «West is Best»-Denken vor. (Organisationen und Individuen mit versteckten oder offen deklarierten anderen, eigenen Absichten und Interessen – z.B. politischen oder religiösen – sind hier nicht erst berücksichtigt.)

Hypothese 3:                                 Die  Dominanz der „westlichen” Ideologie ist ein gewichtiger kultureller Faktor in der Entwicklungszusammenarbeit der Industrienationen mit Afrika. Sie prägt die Methoden und Vorgehensweisen, wie die Probleme von Armut, Mangelernährung, Krankheiten usw. usf. in den einzelnen Projekten angegangen werden. Das Wissen und die Fähigkeiten der afrikanischen Gemeinschaften und Individuen, um deren „Entwicklung”, werden nicht oder nur ungenügend in die Entwicklungsprozesse und deren Verantwortlichkeit eingebunden. Der Einfluss des kulturellen Faktors wird durch den Machtfaktor Finanzierung – «wer zahlt, befiehlt» – noch verstärkt.

 

                Ausblick

Das „westliche” Denken ist nicht homogen, sondern enthält unterschiedliche bis kontroverse Elemente wie sich etwa in der Debatte über industrielle Gross- vs. biologische Klein-Landwirtschaft zeigt. Auch gibt es ernsthafte Bemühungen um „Partnerschaften” oder um den Einbezug lokalen Wissens und Könnens.

Es wäre interessant, die ideologische und faktische Dominanz des Geldgebenden „Westens” – allen voran WB, IMF, USA und die führenden westeuropäischen Mächte – einer genaueren Analyse zu unterziehen. Wie hat sich diese Entwicklungs-Ideologie seit der Zeit der Strukturanpassungsprogramme (1980er Jahre) entwickelt? Wie bedeutend ist dabei die Verabschiedung der 17 Sustainable Development Goals im September 2015?

Auch sind der  „Westen” und die „westliche” Ideologie Erschütterungen ausgesetzt – Stichworte: neuer US-Präsident, Brexit, Rechtspopulismus, Front national in Frankreich, Ungarn, Polen, Türkei u.a. – sowie von z.T. mächtigen Ländern wie China und Russland herausgefordert. Der Massstab von Entwicklung, nämlich die „westlich-technologische Modernität” scheint durch diese Erschütterungen und Heraus-forderungen nicht in Frage gestellt zu sein (wohl aber die Frage, wer für die Entwicklung zuständig oder verantwortlich sei).

Genauer analysiert werden müssten auch die Kritiker der „westlichen Modernität” wie die anti-neokolonialen Kräfte oder die islamistischen Gruppierungen, die Elemente der westlichen Kultur im engeren Sinn ablehnen, westliche Technologie jedoch selber benutzen.

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1) Kulturimperialismus bezeichnet eine spezielle Herrschaftsbeziehung, welche durch Zerstörung, Unterbindung und Umformung der ursprünglichen Kultur der Beherrschten bei gleichzeitiger Dominanz der Kultur der allgemein imperialistisch Herrschenden praktiziert wird. Kulturimperialismus bezieht sich heute in der Regel auf ein ungleiches und ungerechtes Verhältnis zwischen reichen Nationen und armen Nationen. (Wikipedia)

2) Cf. Andreas Boeckh, Rafael Sevilla (Hrsg.), Kultur und Entwicklung. Vier Weltregionen im Vergleich. 1. Auflage 2007, Nomos, Baden-Baden

3) Samuel Huntington an einer Tagung der Harvard Academy for International and Area Studies 2002: «Cultures matter», in 2).

4) Z.B. NZZ-Afrikakkorrespondent David Signer mit seinem Buch «L´économie de la sorcellerie»,.Abidjan 1999. Sempervira 6, Centre Suisse de Recherches Scientifiques

5) http://allafrica.com/stories/201704270059.html?aa_source=nwsltr-africa-en

6) Amartya Sen, Development as Freedom, Oxford, OUP, 1999

7) www.nytimes.com/2017/03/17/books/review/want-a-feminist-daughter-dad-chimamanda-ngozi-adichie-has-advice-for-you-too.html?emc=edit_bk_20170317&nl=book-review&nl_art=&nlid=52090051&ref=headline&te=1&_r=0

8) Duncan Green, How Change Happens. Oxford, OUP, 2016, S. 145 und S. 61